ext4-Datenplatte unter Linux Mint dauerhaft per UUID einbinden
Eine zusätzliche SSD ist unter Linux schnell formatiert. Damit sie aber nach jedem Neustart zuverlässig am gleichen Ort verfügbar ist und auch im Dateimanager auftaucht, lohnt sich ein sauberer Eintrag in /etc/fstab.
In meinem Fall sollte eine zuvor anderweitig verwendete SSD dauerhaft als Linux-Datenplatte eingebunden werden.
Das Ergebnis:
ext4
fester Mountpoint
Einbindung über UUID
kein Bootabbruch bei fehlender Platte
Anzeige im Dateimanager
Ausgangslage
Die SSD war bereits als ext4 formatiert und hatte ein eigenes Label erhalten.
Mit
lsblk -o NAME,SIZE,FSTYPE,LABEL,UUID,MOUNTPOINTS
ließen sich Dateisystem, Label und UUID anzeigen.
Beispielsweise:
sdb1
ext4
DatenSSD
12f74ace-32c3-4947-8da2-e98697034c0a
Die UUID ist dabei wichtiger als der Gerätename.
Warum nicht einfach /dev/sdb1 verwenden?
Gerätenamen wie
/dev/sda1
/dev/sdb1
/dev/sdc1
können sich ändern.
Welche Platte beim Start welchen Buchstaben erhält, sollte deshalb nicht die Grundlage für einen dauerhaften Mount sein.
Eine UUID identifiziert dagegen das Dateisystem selbst.
Deshalb wurde die Platte in /etc/fstab über ihre UUID eingetragen.
1. Mountpoint anlegen
Die Datenplatte sollte dauerhaft unter einem Verzeichnis innerhalb von /mnt erreichbar sein.
Beispiel:
sudo mkdir -p /mnt/daten
Der Name ist frei wählbar.
2. UUID ermitteln
Die benötigte UUID lässt sich beispielsweise mit lsblk anzeigen:
lsblk -o NAME,FSTYPE,LABEL,UUID,MOUNTPOINTS
Entscheidend ist die UUID der gewünschten ext4-Partition.
3. /etc/fstab ergänzen
Der verwendete Eintrag hatte folgendes Schema:
UUID=12f74ace-32c3-4947-8da2-e98697034c0a /mnt/daten ext4 defaults,nofail,x-gvfs-show 0 2
Natürlich muss die UUID durch die UUID des eigenen Dateisystems ersetzt werden.
Die Felder bedeuten:
UUID=...
Das einzubindende Dateisystem.
/mnt/daten
Der gewünschte Mountpoint.
ext4
Das verwendete Dateisystem.
defaults
Normale Standard-Mountoptionen.
nofail
Der Rechner soll weiterhin booten können, wenn die Platte einmal nicht verfügbar ist.
x-gvfs-show
Das Laufwerk soll von GVfs-basierten Desktop-Dateimanagern angezeigt werden.
0 2
Die üblichen Werte für Dump und Dateisystemprüfung eines zusätzlichen ext4-Datenträgers.
4. systemd über die Änderung informieren
Nach einer Änderung an /etc/fstab wurde ausgeführt:
sudo systemctl daemon-reload
Damit werden die aus /etc/fstab generierten Mount-Units neu eingelesen.
5. Mount testen
Nach der Einrichtung sollte kontrolliert werden, ob die Partition tatsächlich am vorgesehenen Ort hängt.
Zum Beispiel:
findmnt /mnt/daten
oder:
lsblk -o NAME,SIZE,FSTYPE,LABEL,UUID,MOUNTPOINTS
Der gewünschte Mountpoint sollte jetzt bei der Partition erscheinen.
Warum nofail sinnvoll ist
Ohne nofail kann eine in /etc/fstab eingetragene, aber nicht verfügbare Datenplatte den Bootvorgang unnötig verzögern oder Probleme verursachen.
Bei einer zusätzlichen Datenplatte bestand dafür kein Grund.
Deshalb:
nofail
Das Root-Dateisystem gehört natürlich in eine andere Kategorie.
Warum x-gvfs-show?
Ein Mount unter
/mnt/daten
ist technisch auch ohne x-gvfs-show verfügbar.
Für einen Desktop-Rechner ist es aber praktisch, wenn das Laufwerk zusätzlich im Dateimanager erscheint.
Dafür wurde verwendet:
x-gvfs-show
lost+found ist normal
Nach der Einrichtung einer ext4-Partition erschien im Wurzelverzeichnis:
lost+found
Das ist kein Überbleibsel alter Dateien und kein Fehler.
lost+found gehört zu ext-Dateisystemen und kann von Dateisystemprüfungen verwendet werden, um gefundene, aber nicht mehr korrekt zuordenbare Dateisystemobjekte abzulegen.
Der Ordner sollte einfach bleiben.
Fertiger fstab-Eintrag
Das verwendete Muster lautet:
UUID=DEINE-UUID /mnt/daten ext4 defaults,nofail,x-gvfs-show 0 2
Danach:
sudo systemctl daemon-reload
und anschließend kontrollieren:
findmnt /mnt/daten
Fazit
Für eine zusätzliche interne Linux-Datenplatte hat sich diese Kombination bewährt:
ext4
+
UUID statt /dev/sdX
+
fester Mountpoint unter /mnt
+
nofail
+
x-gvfs-show
Damit ist die Platte nach dem Start zuverlässig am gleichen Pfad verfügbar, ohne dass ein wechselnder Gerätename wie /dev/sdb1 relevant wird.
Und sie bleibt trotzdem komfortabel im Desktop-Dateimanager sichtbar.